Reiseleben

Was bedeutet Freiheit eigentlich?

Heute ist Tag 38 mit französischer Ausgangssperre.

Es gibt ja momentan sehr viele Meinungen da draußen, ob die Maßnahmen gerechtfertigt sind, was richtig und was falsch ist und was wirklich der Wahrheit entspricht.

Ich habe für mich gespürt, dass es mir am besten damit geht, das nicht wissen zu müssen, also mich nicht festlegen zu müssen, wer Recht hat. Für mich fühlt es sich am besten an, es jetzt anzunehmen, wie es ist und daran zu glauben, dass sich alles positiv und gut für mich entwickelt.

Ich bin gerade als Dauerreisende ohne festen Wohnsitz unterwegs in einer Zeit, wo reisen verboten ist. Ich bin auf einer Insel in einer Zeit, wo man nicht mal eben eine Fähre oder einen Flug buchen kann. Ich bin selbständig und auch in meinem Bereich ist gerade vieles total ungewiss.

Wenn ich hier in den Netzwerken unterwegs bin, dann spüre ich die Angst und die Unsicherheit, dann lese ich zwischen den Zeilen die immense Sehnsucht nach Sicherheit, nach Klarheit, danach endlich die eine echt Wahrheit zu wissen.

Aber was wenn es diese Wahrheit nicht gibt und du einfach entscheiden kannst, was du glaubst? Was wenn dir nichts und niemand die Sicherheit geben kann, weil du sie schon immer in dir hast?

Was für mich ein echtes Geschenk dieser Zeit ist, ist, dass ich viel klarer spüre, was ich nicht mehr will und was ich stattdessen wirklich will. Mir kommt es so vor, als würde die Situation gerade wie eine Art Verstärker wirken und alles, was schon da war, jetzt noch größer und klarer zeigen. Umso lauter die Stimmen im Außen werden, umso lauter wird auch die Stimme in mir und sie erinnert mich daran, dass ich frei bin.

Ich habe die Freiheit darüber zu denken, wie ich es will, in dieser Situation das zu machen, womit es mir am besten geht und meinen Glauben darauf zu richten, was ich stärken will, was ich mir für eine Zukunft vorstelle und wünsche.

Und ganz praktisch wähle ich heute hier im Garten zu sitzen und mit Liebe und Freude an meinem Buch zu schreiben. Mir vorzustellen, wie es irgendwann einen anderen Menschen erreicht und ihm dann Freude bereitet, während er es liest.

Ich wähle mein Vertrauen daran zu stärken, dass in jedem Einzelnen von uns etwas wirkt, das viel größer ist als jede Angst oder Unsicherheit oder jedes „Recht-haben-wollen“. Etwas, das uns daran erinnert, dass wir selbst diese Wahrheit sind, nach der wir suchen

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